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Der eigene Datenspeicher – Sicher und Einfach

Man mag über die DSGVO sagen, was man aber will, jedenfalls hat sie uns dazu gebracht, ernsthaft über Datenschutz und -sicherheit nachzudenken. Im Folgenden zeige ich beispielhaft, wie Sie auf einfache und sichere Weise Herr über Ihre Daten bleiben ohne auf den Komfort aktueller Cloud-Lösungen verzichten zu müssen. Mit Daten meine ich in erster Linie Dokumente und Datenbanken. Es ist aber auch kein Hexenwerk, seine Emails, Kalender und Kontaktdaten selbst sicher verschlüsselt zu speichern.

 

Anforderungen

  • Die Daten werden im Büro oder zu Hause gespeichert.
  • Das System muss möglichst ausfallsicher sein.
  • Mehrere Rechner haben leichten Zugriff auf die Daten.
  • Jeder Benutzer hat individuelle Zugriffsrechte.
  • Der Datenzugriff sollte auch über das Internet möglich sein.
  • Es erfolgt automatisch eine regelmäßige Datensicherung.
  • Die Daten in einer Datensicherung lassen sich mühelos wiederherstellen.
  • Die Daten sind zu jedem Zeitpunkt verschlüsselt.
  • Das System muss auch für Nicht-Informatiker leicht bedienbar sein.

Umsetzung

Die zentrale Komponente ist ein NAS, abgekürzt für Network Attached Storage (netzgebundener Speicher). Darunter versteht man einen Mini-Computer, der am Router angeschlossen, allen anderen Rechnern im Netz Speicherplatz und verschiedene andere Dienste zur Verfügung stellt. Ein NAS ist kaum größer als die in ihm eingesetzten Festplatten. Je nach Ausführung kann ein NAS zu einem fast vollständigen Server ausgebaut werden, der aber einfach zu bedienen ist und keine weiteren Lizenzkosten nach sich zieht. Mehr zu NAS hier bei Wikipedia.

Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise gering und natürlich stark von den Systemanforderungen abhängig. Ein durchaus leistungsfähiges System für kleine Arbeitsgruppen bekommen sie von Synology schon für ca. 500 € , Festplatten inklusive.

Es gibt verschiedene NAS-Anbieter, wobei ich mich in diesem Beitrag auf Synology beziehe. Synology ist ein etablierter Anbieter mit einem weit gefächerten Angebot. Ich habe selbst ein Synology-NAS im Einsatz und kann nichts wirklich Negatives berichten (und nein, ich stehe nicht auf der Gehaltsliste von Synolgy 😉 ).

Speicherung

Ein NAS steht bei Ihnen zu Hause oder im Büro, verbraucht wenig Strom und Platz. Die Größe ist in erster Linie abhängig von der Anzahl der eingesetzten Festplatten. Je nach Anzahl gibt es verschiedene Möglichkeiten, das System so zu konfigurieren, dass ein optimaler Ausfallschutz gewährleistet ist. Im professionellen Einsatz sollten mindestens zwei Festplatten einsetzt werden. Diese sind dann in einem sogenannten Raid-1-Verbund zusammengeschaltet. Auf beiden Platten werden dabei exakt die gleichen Daten abgelegt. Wenn nun eine Platte ausfällt, was früher oder später mit jeder Festplatte geschieht, kann das System trotzdem ungestört weiter arbeiten, da sich ja alle Daten zusätzlich auf der zweiten Festplatte befinden. Sie müssen dann lediglich eine neue Festplatte kaufen und diese gegen die defekte austauschen. Dafür benötigen Sie nicht einmal einen Schraubenzieher.

Zugriff

Jeder Benutzer benötigt ein Benutzerkonto mit Passwort auf dem NAS. Damit steht ihm dann auch ein persönlicher Ordner zur Datenspeicherung zur Verfügung. Zusätzlich können Sie weitere Ordner anlegen, auf die dann mehrere Benutzer Zugriff haben. Wer was darf und kann, legen Sie ganz individuell fest.

Wie kommt nun der Benutzer an seine Daten? Im lokalen Netz greift der Nutzer einfach über die Netzwerkfunktionen von Windows, Mac OS oder Linux auf die Ordner mit den ihm gewährten Rechten zu. Sie haben auch die Möglichkeit, das NAS als Windows Domain Controller einzusetzen. In diesem Fall meldet sich der Windows-Benutzer nicht mit einem lokalen Konto auf seinem PC an, sondern direkt am NAS. Das bietet sich besonders an, wenn sich verschiedene Personen mehrere Rechner teilen. Es ist dann nicht mehr nötig, auf jedem PC mehrere Benutzerkonten einzurichten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Nutzer lokale Ordner auf Ihren Rechnern automatisch mit Ordnern auf dem NAS synchronisieren, also das typische Dropbox- oder iCloud-Scenario. Diese Funktion heißt bei Synology Drive und kann wie alle Funtionen auch über das Internet bereitgestellt werden. In diesem Fall können die Nutzer ihre Dateien auch dann bearbeiten, wenn sie nicht mit dem Netz verbunden sind. Gehen sie wieder online, werden die Daten automatisch synchronisiert.

Backup

Spätestens bei einem Totalausfall nach Diebstahl oder Feuer ist es extrem wichtig, über eine möglichst aktuelle Datensicherung zu verfügen.

Synology bietet mit Hyper Backup ein gut durchdachtes einfaches Backup-Programm. Sie erstellen beliebig viele Backup-Aufträge für Ihre Daten und für alle Systemanwendungen. Dadurch können Sie im Notfall neben Ihren Daten auch die gesamte Systemkonfiguration und Anwendungsdaten wiederherstellen. Wann und wie die Backup-Aufträge abgearbeitet werden, können Sie frei festlegen. Sie können unter anderem angeben, wie viele Versionen einer Datei gesichert werden sollen.

Die Sicherungen erfolgen auf eine angeschlossene USB-Platte, einen Rechner, ein anderes NAS und/oder einem Cloud-Speicher wie z.B. Google Drive oder dem deutschen Hoster Strato.

Datenschutz

Sie können alle Ordner und Datensicherungen verschlüsseln. Ohne das Verschlüsselungspasswort kommt auch ein NAS-Dieb nicht an Ihre wertvollen Daten. Wenn Benutzer Drive nutzen, um Daten auf ihrem eigenen Rechner zu synchronisieren, sollten deren Systeme allerdings auch verschlüsselt sein.

Bedienbarkeit

Die Benutzeroberfläche von Synology wird mit einem Browser aufgerufen. Im Browser präsentiert sich ein simulierter Desktop, der wie ein klassisches Windows- oder Macsystem funktioniert. Programme werden über ein Menü aufgerufen oder direkt vom Desktop und laufen parallel in eigenen Fenstern.

 

Support

Synology bietet eine ausgezeichnete Dokumentation für die Systeminstallation- und anwendung. Da es ein sehr weit verbreitetes System ist, finden Sie auch zahlreiche Hilfestellungen im Netz. Selbstverständlich können Sie auch gerne eine Supportanfrage an mich stellen 😉. dirkneumann(at)internetberatung-berlin.de

 

 

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